Betrachtet man den stereoskopischen Film an sich, so nimmt das Angebot und die Nachfrage mit Einführung autostereoskopischer Endgeräte und der digitalen DCI-konformen Kinos ständig zu, die Techniken scheinen aber kaum einer Weiterentwicklung seit den 30ern zu unterliegen.

Wenn 3D aber im Spielfilm eine Relevanz darstellen möchte, so muss sie als zusätzliches Stilmittel die Filmsprache erweitern, nicht die bisherige ersetzen.

Für gewöhnlich publizieren die meisten Anbieter ähnliche Aussagen wie zum Beispiel
- der stereoskopische Film kann nicht mit Unschärfen oder Tiefenschärfe-Verlagerung funktionieren. Offene Blenden und möglichst hohe Tiefenschärfe sind unabdingbar.
- der stereoskopische Film ist deutlich teurer als der Herkömmliche
- der stereoskopische Film kann nur von ganz speziellen Unternehmen postproduziert werden.
- die stereoskopische Basis muss wenn möglich im Rahmen des menschlichen Augenabstands von etw 60-65 mm liegen, um eine realistische Tiefendarstellung zu erreichen
- bei grossen Leinwänden muss eine Fernpunktrahmung angewandt werden (der entfernteste Punkt wir auf Leinwand konvergiert...nähere Erklärungen der Begrifflichkeiten folgen zu einem späteren Zeitpunkt)

All diese Aussagen haben eines gemeinsam:
SIE SIND ALLESAMT FALSCH!!

Richtig ist:
- 3D fügt der existenten Bildsprache eine weitere Komponente hinzu, die Realität
- 3D kann mit Tiefenschärfen-Verlagerungen und langen Brennweiten gedreht werden
- 3D muss nicht erheblich teurer sein als 2D
- 3D kann in weiten Phasen wie 2D von existenter Infrastruktur bearbeitet werden.

Richtig ist aber auch:
- 2D-Compositing-/Perspektiven-Tricks sind in den meisten Fällen nicht möglich
- 3D braucht Erfahrung. Ein guter DoS (Director of Stereographics) in Additon zum DP reicht aber schon